{"id":89,"date":"2016-05-01T21:19:31","date_gmt":"2016-05-01T19:19:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapie-niedermayr.at\/first\/?page_id=89"},"modified":"2018-01-08T09:56:14","modified_gmt":"2018-01-08T08:56:14","slug":"schmerzstoerungen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.psychotherapie-niedermayr.at\/?page_id=89","title":{"rendered":"Schmerzst\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<p>Was haben chronische Schmerzen mit Psychotherapie zu tun? Im traditionellen Verst\u00e4ndnis wird Schmerz als direkter Ausdruck einer organischen Sch\u00e4digung verstanden. In den letzten Jahrzehnten gibt es jedoch eine Abkehr von dieser eindimensionalen Sichtweise zugunsten einer Auffassung von Schmerz als psychophysisches Gesamtereignis. Neben k\u00f6rperlichen Komponenten sind auch kognitive Bewertungen, Gef\u00fchle und Verhaltensreaktionen an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerz beteiligt.<\/p>\n<p>Bei einer akuten Schmerzempfindung wird \u00fcber Schmerzrezeptoren z.B. an der Hautoberfl\u00e4che eine Reizung wahrgenommen und \u00fcber eine Schaltstelle im R\u00fcckenmark in das Gehirn geleitet, wo erst die Schmerzempfindung entsteht.<\/p>\n<p>Bei chronischen Schmerzen hingegen nimmt die Bedeutung einer externen Reizung immer mehr ab, die Ursache f\u00fcr den Schmerz werden dann viel komplexer. Eine Ursache ist z.B. die fehlende Hemmung von Schmerzsignalen an das Gehirn: das Gehirn ist in der Lage Reizungen, die als ungef\u00e4hrlich eingestuft werden, an der Weiterleitung zu hindern. \u00c4ngstliche Selbstbeobachtung, Sorgen, st\u00e4ndiges Nachdenken \u00fcber den Schmerz, Unruhe und Anspannung, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit werden eher dazu f\u00fchren, dass das Gehirn dazu neigt Reizungen als gef\u00e4hrlich einzustufen und somit nicht hemmt. Anstelle einer Gew\u00f6hnung an Reizungen kommt es zu einer Sensibilisierung, die Reizschwelle f\u00fcr Schmerzwahrnehmung sinkt und der Schmerz wird chronisch.<\/p>\n<p>An diesen Punkt versucht auch die Psychotherapie das Schmerzempfinden zu modifizieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Negative, schmerzverst\u00e4rkende Gedanken und ihr Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung werden bewusst gemacht. Es wird versucht werden, sich von diesen Gedanken zu distanzieren oder auch hilfreichere Gedanken zu finden.<\/li>\n<li>\u00c4ngstliche Aufmerksamkeit und st\u00e4ndige Besch\u00e4ftigung mit dem Schmerz f\u00fchrt in die Chronifizierung. Dementsprechend ist jenes Verhalten zu identifizieren, das die Schmerzen immer wieder in den Mittelpunkt stellt.<\/li>\n<li>Die subjektiven Argumente f\u00fcr Schonungsverhalten werden hinterfragt, und durch gezieltes k\u00f6rperliches Training auf ihre Sinnhaftigkeit \u00fcberpr\u00fcft.<\/li>\n<li>Entspannungstrainings, um in den Teufelskreis aus Schmerzen und Verspannungen einzugreifen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Viele Klienten beschreiben ihre Leidensgeschichte als Folge von jahrelangen, ergebnislosen medizinische Abkl\u00e4rungen. Es kommt dann oft ein Punkt der Hoffnungslosigkeit und wenig Motivation f\u00fcr weitere Untersuchungen. In der Psychotherapie versucht man diesen Punkt auch etwas Positives abzugewinnen, indem man ihn die \u201ekreative Hoffnungslosigkeit\u201c nennt. Bis zu diesem Zeitpunkt war der (verst\u00e4ndliche) Zugang ein k\u00e4mpferischer: die Ursache finden und den Schmerz besiegen. Das jahrelange Festhalten an diesem Zugang f\u00fchrt allerdings auch zu erh\u00f6hter Aufmerksamkeit auf den Schmerz, was wiederum die Chronifizierung f\u00f6rdert. Der Zustand der \u201ekreativen Hoffnungslosigkeit\u201c bietet nun die Chance den Kampf aufzugeben, und zu akzeptieren, was scheinbar nicht zu \u00e4ndern ist. Insgesamt wird es darum gehen, einen Umgang mit dem Schmerz zu finden, der es erm\u00f6glicht, vieles von dem wieder zu machen, was den Betroffenen wichtig und wertvoll ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben chronische Schmerzen mit Psychotherapie zu tun? 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